Die neue Fußgängerbrücke über den Rio Mondego zieht die Blicke auf sich: Das Sonnenlicht bringt die farbigen Gläser der Brüstung zum Funkeln, bunte Lichtreflexionen sprenkeln den hölzernen Bodenbelag. Die unterschiedlich geneigten Glasplatten, eingespannt in eine Stahlkonstruktion, bilden ein scheinbar willkürlich zusammengefügtes Netz, das im Zickzack den Rand des Stegs einfasst. Auf halber Strecke umgrenzt das Geländer eine Plattform. Diese entsteht durch die Verbindung der zwei zueinander versetzt angeordneten Brückenhälften. Am Fuß der Brücke stehend scheint es, als würden sich die beiden ansteigenden Hälften in der Mitte nicht treffen – ein symbolischer Hinweis auf die tragische Liebesgeschichte von König Pedro und Ines, eine Legende, die in Coimbra bis heute gern erzählt wird. Fortgeführt wird die Zweiteilung der Brücke im Tragsystem. Drei schlanke Bögen tragen die flache Brücke. Diese sind – ab Brückenmitte zueinander versetzt – jeweils an den Rand des Fußgängerstegs gerückt. Dadurch liegt immer eine Hälfte der Bogenkonstruktion im Schatten, die andere erstrahlt im Sonnenlicht. Durch das Verschieben der Bögen aus der Achse konnten die Schwingungen reduziert und die Querschnitte der Konstruktion optimiert werden. So erhielt die Brücke eine ungewöhnliche Form, gleichzeitig kann die Plattform als Aussichtspunkt für Fußgänger genutzt werden. Damit erfüllt die Brücke die Anforderungen des nationalen Programms den Flusslauf aufzuwerten. Das Ufer ist geprägt durch flache Wiesen; auf der einen Seite liegt die Innenstadt, auf der anderen thront ein Kloster hoch oben über der Wohnbebauung.
